"Poesie ist das Echo des Waldbodens, das Flüstern eines vergessenen Flusses. Ich schreibe, um mich zu erinnern."
von 2025-03 • ❤️ 1102 Likes
Werke von Fernwhisper
Später Oktober
Der Herbstwald lässt das Laub hinunterwehn,
Als ob das Loslass'n eine Gnade ist.
Der Weg verliert sich, nimmer zu ersehn,
Umhüllt vom Nebel, der das Holz umfließt.
Ich wate leise durch das welke Band,
Und denke wehmutsvoll an alten Mut.
Der weise Baum reicht seine milde Hand,
Vergebend jeder warmen frohen Glut.
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Flechte
Die edle Flechte sitzt auf kaltem Stein,
Ein Schattenspiel in ungebrochner Ruh.
Sie nimmt nur hin und fordert nimmer ein,
Und flüstert stets der alten Erde zu.
Ich staune übers eisige Ertrag,
Ich staune übers Wunder in dem Frost.
Sie wuchs schon herrlich vor dem ersten Tag,
Der Zeit erhaben bietet sie uns Trost.
"einfach nur... flechte. liegt ruhig auf dem kalten stein un unbeeindruckt vom frost. werd da noch die ganze woche drüber nachdenken."
Die Mündung
Dort, wo der raue Fluss zum Meere strebt,
Und bittersalzig Wasser alles mischt.
Da suche ich, wo alles wieder lebt,
Beobachtend, was Strömung nicht verwischt.
Ein altes Tau, zerbrochnes starkes Boot,
Der Ozean nimmt alles wieder an.
Ich weiche nicht, verweile in der Not,
Damit ich dieses Chaos ordnen kann.
Es weht ein tiefer Frieden aus der Bucht,
Wo Meer und Wasser süß beisammen weh'n.
Und hier entflieh ich meiner ewgen Flucht,
Um fest auf eigenem Grunde fortzustehn.
"das ist das typischste Veridian gedicht und das mein ich als riesiges kompliment. dort an der mündung ist genau dein ding."
Alter Wald
So hoch zu stehn am alten Baumgeäst,
Sein hohes Alter füllt mich ganz mit Ehr'.
Man wird von wilden Ängsten fast erlöst,
Umhüllt von seinem dunklen grünen Meer.
Der stolze Stamm, er atmet schwer und weit,
Ich fass die dicke Rinde leise an.
Und spüre Trost in seiner Ewigkeit,
Die allem Schmerz so mächtig trotzen kann.
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Feldarbeit
Ich schreite durch das regengraue Land,
Und zähle stumm die sanften Schatten nach.
Der leere Raum hat wundersam gebannt
Den rasenden, bedrohlich lauten Krach.
Der trübe Himmel birgt sich im Gezweig,
Die alte Wiese trägt ein kaltes Tuch.
Vergessen scheint der Menschen lodernd Steig,
Erfüllend leis das unerhörte Such'.
Das Buch ist voll, der dunkle Reiher wacht.
Am Rand des Ufers legt er sich zur Ruh'.
Was diese Landschaft jemals tief erdacht,
Sie raunt es mir in ewgem Schweigen zu.
"wunderschöne feldarbeit meditation. der dunkle reiher am ufer — da steckt sooo viel weisheit drin."
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